Unternavigation
Weiterführende Inhalte
Henry Dunant auf der (Ton-)Spur
Am 30. Oktober 2010 jährt sich der Tod des Rotkreuzgründers Henry Dunant zum 100. Mal. In Heiden (AR) wird sein Leben mit einem Musikwerk geehrt.
2010 ist das Dunant-Jahr, und wenig Schweizer haben es mehr verdient, gefeiert zu werden, als der Friedensnobelpreisträger und Mitbegründer des Roten Kreuzes. Denn eines ist heute gewiss: Ohne Dunant wäre das vergangene Jahrhundert der Kriege noch leidvoller gewesen. Ihm verdanken wir, dass selbst in dunklen Zeiten die Menschlichkeit mit leiser Autorität auftreten konnte – in Form von Hilfe für Verletzte und Vertriebene durch das Internationale Rote Kreuz und den Roten Halbmond. Bis heute arbeiten die Organisationen unter grossen Risiken in Kriegs- und Krisengebieten.
Was viele nicht wissen: Ruhm und Ehre wurde Dunant erst nach der Verleihung des ersten Friedensnobelpreises im hohen Alter zuteil. Zwar beeinflussten seine völkerrechtlichen Ideen 1864 massgeblich die Erste Genfer Konvention, doch beruflich und privat war ihm kein Glück beschieden. Er war in Algerien in verschiedenste Unternehmen verwickelt und musste 1867 Bankrott anmelden. Er wurde aus der Genfer Gesellschaft ausgeschlossen, verlor Freunde und Rückhalt und begann ein unruhiges Nomadenleben. Die letzten 23 Jahre bis zu seinem Tod verbrachte er zurückgezogen im appenzellischen Heiden.
In Heiden wird Henry Dunant mit einem musikalischen Denkmal geehrt. Seine bewegte Biografie mit Höhen und Tiefen hat der Bündner Komponist Gion Antoni Derungs in Töne umgesetzt und das Libretto stammt von Bundesrat Hans-Rudolf Merz. Das szenische Musikwerk «Henry Dunant – ein dramatisches Menschenleben » für Sprecher, Solisten, Chor und Orchester wird am 30. Oktober 2010 in der evangelischen Kirche Heiden uraufgeführt. Bis zum 12. November 2010 wird das Musikwerk weitere fünf Male aufgeführt.
Daneben laden das Henry-Dunant-Museum und das Historische Museum in Heiden zur vertieften Betrachtung von Dunants Leben und Werk ein. Dabei wird deutlich, wie wichtig und aktuell Dunants Forderungen leider auch heute noch sind.
